Über das Projekt inSel


Problemstellung

Die Diensteorientierung der zukünftigen Netznutzung erzeugt individualisierte Dienste, die die Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung und damit die Grundlage der gesetzlichen Regelungen aushebeln werden. So sind bei den Kundenkarten europaweit nur wenige Anbieter festzustellen, während aus Nutzersicht scheinbar zahllose, verschiedene Kundenkarten existieren. Trotz aller Vereinbarungen kann die informationelle Selbstbestimmung nicht automatisiert eingefordert werden. Dasselbe gilt in abgewandelter Form für die JobCard und die Gesundheitskarte. Das Projektziel ist die Erweiterung des aktuellen, einseitigen Vertrauensmodells, in dem Nutzer den Diensteanbietern bei einer Erhebung und Weitergabe persönlicher Daten zwingend vertrauen müssen. Es soll ein Identitätsmanagementsystem entwickelt werden, mit dem Nutzer nach der informationellen Selbstbestimmung Profilbildungen bei der Nutzung von Dienstleistungen mit einem Datendienst kontrollieren und Anbieter von Datendiensten das in sie gesetzte Vertrauen rechtfertigen können.

Wirtschaftlicher Hintergrund des Vorhabens

Allein im deutschen Wirtschaftsraum verwenden 65,2% der Unternehmen persönliche Daten ihrer Nutzer, und über die Hälfte dieser Unternehmen planen ihre gegenwärtigen Aktivitäten diesbezüglich auszuweiten. Die Unternehmen verfolgen damit die Ziele einer personalisierten Ansprache (57,0%), einer Individualisierung von Verkaufsgesprächen (53,8%) und einer individuellen Anpassung ihrer Produkte bzw. Dienstleistungen (47,4%). Dazu sind sie zwingend auf persönliche Daten angewiesen. So können sie Profile über Nutzer erstellen, zu denen sie selbst persönliche Daten erhoben oder von einem Datendienst erhalten haben. Beispiele für Dienste dieser Art sind Kundenbindungsprogramme des Customer Relationship Management (CRM), behördliche Dienstleistungen unter Verwendung der JobCard und medizinische Dienstleistungen unter Verwendung der Gesundheitskarte und elektronischen Patientenakte.

Einseitiges Vertrauensmodell zur Erhebung und Weitergabe persönlicher Daten Die europäischen Datenschutzrichtlinien und die nationalen Datenschutzgesetze fordern zur informationellen Selbstbestimmung u.a. zu einer Erhebung und Weitergabe persönlicher Daten eine zweckbezogene Einwilligung des betroffenen Nutzers. In der Praxis geben Nutzer eine generelle Einwilligung zu den allgemeinen Regeln der Diensteanbieter. Sie müssen die Geschäftsbedingungen zwingend akzeptieren.

 

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